Den Blick für unsere Gewässer schärfen

 

 

 

Unter dem Motto “Den Blick für unsere Gewässer schärfen” hielt Herr Kuhn vom Fischereiverband Niederbayern am 22.12.2017 einen sehr interessanten Vortrag an der Montessori Fachoberschule Eggenfelden.

Der Blick auf die Natur geht in den Himmel, über Wiesen, Bäume und Blumen, Seen und Flüsse. Während man die unmittelbare Natur mit allen Sinnen erfassen kann, endet die Wahrnehmung der Gewässer meistens an deren Oberfläche. Was sich darunter abspielt, ist so einfach nicht zu erfassen.

Herr Kuhn bot den Schülern der 11. Klasse sowie Herrn Jochen Haringer und Frau Ulrike Bellmann von der Montessori Schule Eggenfelden einen eindrucksvollen Einblick in diese Welt.

Auch bei uns gibt es vielerlei Fischarten, so sind alleine in dem niederbayrischen Donauabschnitt 52 verschiedene Arten vorhanden.

Er stellte die einzelnen Gewässerarten mit der jeweils spezifischen Fischpopulation vor und ging auf einzelne Problematiken ein. So ist die "Nase" z.B. ein sehr wanderfreudiger Fisch, der zum Laichen mitunter mehrere Hundert Kilometer zurücklegt, was ihm durch Staustufen teilweise verwehrt wird. Eine Lösung sind hier die vielerorts bereits angelegten Fischtreppen. Auch die Verschlammung des Flussbetts, die den Boden für die Fische so verfestigt, dass sie darin nicht mehr laichen können, stört die natürliche Vermehrung der Fische. So schufen die Schüler der MOS bis jetzt an der Gera im Rahmen ihres Gewässerprojekts neue Laichplätze durch auflockern von Kiesplätzen.

Wichtig ist für viele Fische auch die Anbindung von Altwasser an das Fließgewässer. Hier finden Fische Schutz bei Hochwasser oder im Winter.

 

 

 

Anschließend zeigte Herr Kuhn einige Bilder von verschiedenen kritischen Ufersituationen: z.B. die Beackerung der Felder bis nahe ans Gewässer, welche unter anderem das Einwaschen von Schlamm in das Kiesbett fördert. Befestigte, gerade, kaum bewachsene Uferstreifen, bieten den Fischen keinen artgerechten Lebensraum. Um dem entgegenzuwirken wird z.B. Totholz in Fließgewässer eingebracht um die Strukturvielfalt zu fördern.

Um die Uferstruktur selbst beurteilen zu können gab Herr Kuhn ein Informationsblatt aus. Zusammen mit der Bestimmung der Kleinstlebewesen und den chemischen/physikalischen Wasserwerten, kann so die Wasserqualität bestimmt werden.

Anschließend fand eine lebhafte Diskussionsrunde statt. Es wurden Vorschläge gesammelt, wie die Montessori-Schule ihr Nachmittagsangebot “Wasserdetektive” sinnvoll vertiefen kann, sowie über weitere Gestaltungsmöglichkeiten für das Gewässerprojekt der MOS.